Warum die Ursachen wichtiger sind als die Symptome
Ein Liquiditätsengpaß ist selten die Ursache einer Krise, sondern meist ihr sichtbares Ergebnis. Wer nur das Symptom behandelt, etwa durch eine Ausweitung der Kreditlinie, verschiebt das Problem. Nachhaltig wird eine Sanierung erst, wenn die Ursachen benannt und angegangen werden.
Typische Ursachen sind ein überholtes Leistungsangebot, eine zu hohe Fixkostenbasis, unklare Zuständigkeiten, eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden, unzureichende Kalkulation oder Versäumnisse im Forderungsmanagement. Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen.
Wie wir das Lagebild erstellen
Wir werten Jahresabschlüsse, BWA (betriebswirtschaftliche Auswertungen), Offene-Posten-Listen, Auftragsbestände und Kalkulationen aus. Ergänzend führen wir Gespräche mit Geschäftsleitung und, wo sinnvoll, mit Führungskräften aus Vertrieb, Einkauf und Produktion. So verbinden wir das Zahlenbild mit der Sicht derjenigen, die das Tagesgeschäft kennen.
Das Ergebnis ist eine kompakte Darstellung der wirtschaftlichen Lage: Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage, Markt- und Wettbewerbsposition sowie die organisatorische Verfassung des Betriebs.
- Analyse von Umsatz, Rohertrag und Ergebnis nach Produkten, Kunden und Bereichen
- Untersuchung der Kostenstruktur und ihrer Entwicklung
- Prüfung von Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten
- Einordnung in das Krisenstadium
- Benennung der wesentlichen Krisenursachen
Ein unabhängiger Blick von außen
Inhaber und Geschäftsführer stehen in der Krise unter erheblichem Druck und sind oft selbst Teil der Entstehungsgeschichte. Ein externer Blick hilft, Annahmen zu hinterfragen und unbequeme Befunde sachlich zu formulieren. Wir verstehen uns dabei nicht als Richter, sondern als Partner, der Klarheit schafft.
Das Lagebild dient zugleich als Grundlage für Gespräche mit Banken, Lieferanten und Gesellschaftern. Ein nachvollziehbar aufbereiteter Befund schafft Vertrauen und zeigt, daß die Geschäftsleitung die Lage ernst nimmt.
Ergebnis und nächste Schritte
Am Ende der Analyse erhalten Sie eine schriftliche Zusammenfassung mit den wesentlichen Befunden, der Einordnung in das Krisenstadium und einer ersten Einschätzung der Handlungsfelder. Wir besprechen das Ergebnis ausführlich mit Ihnen und legen gemeinsam fest, welche Schritte folgen sollen.
Zeigt das Lagebild eine angespannte Liquidität, steht die Liquiditätssicherung an erster Stelle. Ist die Zahlungsfähigkeit gesichert, kann unmittelbar mit der Ausarbeitung des Sanierungskonzepts begonnen werden.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauchen Sie für das Lagebild?
In der Regel die letzten Jahresabschlüsse, aktuelle BWA (betriebswirtschaftliche Auswertungen) mit Summen- und Saldenliste, Offene-Posten-Listen, Kreditverträge sowie Auftrags- und Personalübersichten. Fehlende Unterlagen erarbeiten wir gemeinsam.
Ist das Lagebild ein Gutachten?
Nein. Es ist eine betriebswirtschaftliche Analyse als Arbeitsgrundlage. Ein förmliches Sanierungsgutachten erstellen hierfür qualifizierte Gutachter.
Werden meine Mitarbeiter einbezogen?
Nur in Abstimmung mit Ihnen. Sie entscheiden, wer wann informiert und befragt wird.